Mein Glubb Nämberch und ich

Mein Glubb Nämberch und ich

Montag, 11. Februar 2013

Tabasco im Pfefferspraykanister? Update! evtl. Tierabwehrspray

Nachtrag:
Danke an zwei Herren, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, dass das mit dem Tabasco ein Schmarrn ist. Hab mich wohl zu arg von meinen Emotionen leiten lassen und daher - ich gebe es zu - nicht richtig recherchiert. Tabasco würde das Spray eigentlich nur farblich beeinflussen. Jedoch hat es keinerlei verschärfte Wirkung auf das von der Polizei angewandte Pfefferspray. Googelt man aber nach dem Begriff "rotes Pfefferspray", so findet man dieses Zeug hier.


Dieses soll der Beschreibung nach noch effektiver sein. Wir wissen nicht, ob die Polizei tatsächlich dieses Zeug verwendet oder beigemischt hat. Fakt ist jedoch, dass dem Pfefferspray bzw. Tränengas etwas Rotes beigemengt wurde. Das einzig Positive daran ist, dass sie ihre "eigene Medizin" zu spüren bekamen. Allerdings hilft das den Opfern von Samstag wenig. Und ich spreche garantiert nicht von geschädigten Polizisten!


Danke schon mal an alle, die sich bisher gemeldet haben und ihre Sicht der Dinge geschildert haben. Ich werde eure Berichte sowohl auf Fankultur als auch hier auf meinem eigenen Blog veröffentlichen. Vor wenigen Minuten hat mich ein Bericht einer jungen Frau erreicht. Beim Durchlesen ist mir fast die Galle hoch gekommen. Scheinbar wurde von unseren lieben und freundlichen Herren und Damen in Grün nicht "nur herkömmliches" Pfefferspray verwendet. Nein - so wie es aussieht, hatte man wohl vor, eine kulinarische Mischung zu entwickeln und mixte scheinbar Tabasco in die Kanister!!! Hallo??? Wo leben wir denn? Das normale Spray ist schon abartig und kann höllische Schmerzen sowohl in den Augen als auch im Hals verursachen! Warum um alles in der Welt muss man dann noch einen drauf setzen und das Zeug "verschärfen"??? Oder wie erklärt man sich sonst, dass den Betroffenen rote Flüssigkeit aus den Augen lief? Ganz großes Kino kann ich dazu nur sagen. Ihr habt doch den letzten Knall auch nicht gehört...
Aber lest selbst, was das Mädel zu berichten hat. Ich bin grad ziemlich angepisst! 

Nach Betreten des Hauptbahnhofes in Nürnberg war es nun soweit. Ein hohes Polizeiaufgebot symbolisierte "Achtung Achtung, hier gelten Sie als Gewalttäter". Im Zug und bei der Anreise verlief alles ruhig...doch es war die bekannte Ruhe vor dem Sturm. Bei Ankunft am Stadion verlieh der Anblick der Reihen aus Ordnern und Polizisten eine gewisse Ahnung auf das, was bei einem möglichen Eintritt in das Stadion folgen könnte. Auch der grüne Polizei-Mannschaftsbus, auf dem groß "Durchsuchungsbus" geschrieben stand, verknotete einem, auch mit reinem Gewissen, zusehends den Magen. Man konnte sich nun endgültig nicht mehr vorstellen, dass man sich nur der Jacke oder der Schuhe entledigen musste.

Nachdem man eine gefühlte Ewigkeit vor den Toren zum Gästeblock gewartet hatte, kam die enttäuschende Nachricht, dass Eintracht Frankfurt auf ihrem Verbot beharrt und wir aufgrund dessen das Spiel vor den Toren verbringen werden. Wir geben zwar alles für den Verein, doch auf keinen Fall unsere Rechte bzw. Rituale auf. Überraschend war die Masse an Menschen, die sich nach einer kurzen Ansprache im Block mit den Außen-gebliebenen solidarisierte und nun interessiert auf den Vorplatz trat. Als die ersten Gesänge für die Mannschaft angestimmt wurden, war man überrascht, welche Stimmgewalt hinter den Gesängen steckte. Die Masse hüpfte und sang, es kamen immer mehr aus dem Block. Der "Balkon" des Oberrangs war ebenfalls voll gefüllt mit Clubfans, die sich mit den Außen-gebliebenen solidarisierten.

Und dann ging es langsam los. Je mehr Menschen es wurden, desto nervöser wurden auch die anwesenden Polizisten. Von unten sah man die oben hüpfenden, singenden und klatschenden Fußballfans hinter einer schwarz-blauen Wand an Einsatzkräften verschwinden. Diese Kette ging Schritt für Schritt nach vorne und schubste die vorne stehenden und singenden Fans nach hinten. Und dann ging es los...

Als erstes sah ich eine Faust eines Polizisten in das Gesicht eines blonden Mädchens treffen, rechts kugelte ein jugendlicher Fan in Trikot und mit Schal an der Hand den steilen und rutschigen Grashügel hinunter, geschubst von einem Polizisten, der danach wieder nach oben rannte um den Nächsten zu Boden zu bringen. Fassungslos wurde die Menge schlagartig still. Nach kurzer Zeit beruhigte es sich wieder. Man stimmte ein neues Lied an. Die Clubfans auf dem Vorplatz im Stadion nahmen diese ersten Attacken der Polizei nicht für voll und fingen erneut das Hüpfen und Klatschen an. Wieder entbrannte diese einzigartige Stimmung, die einen hoffen ließ. Doch das sollte nicht von langer Dauer bleiben.

Wieder wurde von den Herren des Staates geschubst, geschlagen - ein Polizist auf der linken Seite verschwand mit beiden Beinprotektoren voran in der Menge, mit voller Wucht auf die Magengegend eines Jugendlichen zielend. Ab da wusste man nicht mehr wo man hinsehen sollte. Schlagstöcke wurden gezückt und auf Kopfhöhe geschwungen, ohne Rücksicht auf Verluste. Immer mehr Fans fielen...Unten geriet die Masse in Aufruhr. Es kam Bewegung hinein...Sollte man denn einfach so zusehen, dass die eigenen Leute verprügelt werden?  Das kann doch nicht sein! Gewaltausübung unter dem Deckmantel des Staates, im Namen der Polizei...Die in Aufruhr geratene Menge drückte nach vorne, drückt gegen den Zaun...der fiel...Zögern...wie, der fällt so schnell?!

Anrennende Polizisten, ohne Rücksicht auf Verluste in die zögernde Menge hinein... Von hinten dasselbe...Man war weder vorne noch hinten sicher, überall wurde man mit Schlagstock und Pfefferspray attackiert. Hat man Verletzten geholfen, und das vermutete Pfefferspray aus den Augen gewaschen, so wunderte man sich zu diesen Zeitpunkt noch warum diesen rote Soße aus den Augen lief...Spätestens am Abend, als diverse Zeitungen von in die Pfefferspray-Kanister gefüllten Tabasco (!!!) berichteten, wusste man sich auch das zu erklären. Ein älterer Mann, "Ich bin blind"-schreiend, fiel den Grashügel Richtung Eingangstore hinunter...In der Hoffnung nicht in den nächsten Schlagstock zu rennen.

Die komplette erste Halbzeit versuchte man diesen willkürlichen Angriffen der Polizisten zu entkommen. Auf dem Boden liegende Fans wurden gezielt auf den Kopf geschlagen, alte Männer mit Pfefferspray und Schlagstock-Hieben aus dem Weg getrieben, und ja, sogar junge Mädchen wurden gezielt geschlagen. Nicht vergessen werde ich das breite Grinsen eines Hundeführers der mit langsamen Schritten auf die wieder ruhig gewordene Masse zulief und gute 5-10 Sekunden den Knopf seines Pfeffersprays betätigte und in die Menge sprühte. Zu einem Vater mit kleinen Kind hörte ich einen Polizisten rufen: "Tu dein Kind weg, dann bekommste deine Prügel du Arschloch!"

Unverständnis macht sich breit, Verzweiflung, wenn man danach in die Presse blickt. Vielleicht auch ein klein wenig Hoffnung durch einige Zeitungsartikel von Journalisten, die sich trauen, die Wahrheit zu schreiben. Ein klein wenig Hoffnung durch den starken Zusammenhalt an diesem Tag. Durch die bunt gemischte Menge, die sich der Polizeigewalt nicht ohne Gegenwehr ausgesetzt sah, sondern die zusammenstand und die sich gegenseitig half. Für die Zukunft erhoffe ich mir mehr von diesem Zusammenhalt und ein Umdenken der Gesellschaft. Weg von dem Polizei-Saubermann-Image und der Polizei als dein "Freund und Helfer", hin zur kritischen Betrachtung der Vorfälle durch die Medien und hin zur realen Berichterstattung, die auch den misshandelten Fans Ihre Rechte als Mensch zuspricht.

Sonntag, 10. Februar 2013

Zeugen gesucht! Nordkurve Nürnberg, helft alle mit!

Sodala, nachdem sich nun auch die YaBasta Redaktion zu Wort gemeldet hat, ich aber sonst kaum Berichte von Augenzeugen finden konnte, baue ich auf eure Mithilfe. Wie ja mittlerweile bekannt sein dürfte, schreibe ich auch für Fankultur und motze da regelmäßig herum. Für meinen neuesten Blog suche ich Glubberer, die gestern das Geschehen im Waldstadion mitverfolgt haben und die mir hierzu ihren Eindruck vermitteln möchten. Richtig cool wäre es natürlich, wenn ich detaillierte Berichte von euch bekäme. Kann ja durchaus sein, dass der ein oder andere nicht unbedingt in der Öffentlichkeit darüber sprechen möchte - was ich teilweise sogar nachvollziehen kann. Daher werden eure Namen nur dann erwähnt, wenn das ausdrücklich erwünscht wird. Wer mich unterstützen möchte, möge sich bitte via Email an mich wenden. Der Blog wird dann in den nächsten Tagen veröffentlicht. Helft bitte mit, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ich habe mittlerweile zig Postings von scheinbar Betroffenen auf Facebook gelesen. Rafft euch auf und meldet euch. Vom Nichtstun und vom Schweigen wird es auch nicht besser. Die Öffentlichkeit soll den Tatsachen ins Auge sehen und erkennen, dass das, was passiert ist, kein "Ultra-Ding" war. Es betraf uns alle!

Wie ich auch schon mehrfach auf Facebook geschrieben habe, rufe ich all diejenigen, die Fotos oder Videos der "Ausschreitungen" gemacht haben, dazu auf, sich an die Rot-Schwarze Hilfe zu wenden. Vor allem aber auch diejenigen, die Opfer der Prügel- und/oder Pfeffersprayattacken wurden. RSH Mitglieder werden das sowieso tun aber ich rufe auch die Nichtmitglieder auf, sich zu melden!

Lasst uns der Copy Paste Fraktion und auch allen anderen zeigen, dass die Nordkurve Nürnberg nicht das ist, was sie aus uns machen wollen bzw. wie sie uns auch schon darstellen!

Tränengas und Prügel - ein Ausflug nach FFM

Update!

Und die lustige Märchenstunde geht weiter. hr online berichtet gar, dass wir Glubbfans Pfefferspray gegen die Polizei eingesetzt hätten. Klar, ist auch absolut sinnvoll, wenn extrem strenge Kontrollen angekündigt wurden, dann steckt man sich logischerweise mal ne Dose Pfefferspray in die Hosentasche... Wie kommt man bitte auf solch einen Blödsinn, liebe Presse? Wo kann ich mich bewerben? Einen Abschluss braucht man ja scheinbar nicht, wenn man als Journalist tätig sein möchte. Recherche ist heutzutage wohl ein absolutes Fremdwort.


Noch irrsinniger ist die Meldung im Sport 1 Videotext. Dort ist sogar die Rede davon, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Frankfurter Anhängern und Glubberern kam. WTF???

Martin Bader, zu Gast im Doppelpass plädiert sogar dafür, dass die Gewalttäter hoffentlich herausgefiltert und zur Rechenschaft gezogen werden. Ich hoffe mal, er meint damit die Polizisten, die sich absolut daneben benommen haben. Aber ich glaube eher nicht... Schade, kann ich da nur sagen. Es wäre schön gewesen, wenn man sich mal hinter die Fans gestellt hätte und die Situation berichtigt hätte. Schließlich waren Fanbeauftragte während des ganzen Szenarios vor Ort. Und wie schon erwähnt, die Gewalt ging von den anwesenden Polizisten aus! Das sollte man endlich mal erwähnen.
Selbst die Frankfurter Polizei hat eingeräumt, dass sie gestern wohl nicht ganz so geglänzt hat.

Martin Quast, Reporter von Liga Total ist scheinbar der einzige Journalist, der sich traut, diesen absolut überzogenen Polizeieinsatz zu kritisieren. Er war derjenige, der nicht nur recherchiert hat, sondern sich zu den Fans gesellte und die Wahrheit ans Licht gebracht hatte. Er war mitten im Geschehen und hat auch erkannt, dass die Gewalt von Seiten der Polizei ausging. Danke, lieber Martin Quast. Wenigstens ein Journalist, der es nicht nötig hat, Falschmeldungen 1 zu 1 zu übernehmen! Diese ganze Copy and Paste Geschichte nimmt immer mehr Überhand. Wozu sich Mühe machen, wenn man sich seine Schlagzeilen einfach von der dpa oder sonstwem mühelos kopieren und für eigene Artikel übernehmen kann. Der Wahrheitsgehalt wird da nicht angezweifelt. Warum auch? Ich kann leider nicht mit einem Abschluss in Journalismus glänzen aber ich schreibe wenigstens die Wahrheit, weil ich es nicht nötig habe, Lügen zu verbreiten. Das Traurige ist nur, dass den Medien, die Unwahrheiten mehr geglaubt werden, als den Augenzeugen, die tatsächlich dabei waren. Warum sollte man sich denn auch bemühen, mal nach Tatsachen zu forschen? Das könnte ja das negative Bild von Fußballfans total verfälschen und sie vielleicht sogar in ein positives Licht rücken. Das geht mal gar nicht. Fußballfans sind Kriminelle. Fußballfans gehören laut einigen total gestörten Menschen in Arbeitslager usw.
Es ist einfach nur noch zum Kotzen!

Eigentlich sollte ich schon längst im Bett liegen und mich über den einen Punkt, den wir aus dem Frankfurter Waldstadion mitgenommen haben, freuen. Eigentlich... Wären da nicht die superlieben und extrem hilfsbereiten Ordnungshüter in Hessen gewesen... Vom Spiel selbst habe ich absolut gar nichts mitbekommen, obwohl ich ca. 1,5 Stunden vor Anpfiff im Stadion war. Nein, ich war nicht rotzbesoffen und hab das Spiel verpennt. Ich stand, wie viele andere auch, oberhalb von Tor 6, durch welches unsere Zugfahrer Einlass erhalten sollten. Wie im YaBasta Blog bereits im Vorfeld angekündigt, würden Ultras Nürnberg den Gästeblock auf keinen Fall betreten, wenn man das Verbot von Zaunfahnen nicht zurück nähme. Zur Erinnerung: uns Nürnbergern wurde von Eintracht Frankfurt, explizit Herrn Bruchhagen untersagt, die Fahnen, die unsere Fanclubs und Ultrasgruppierungen repräsentieren, mit ins Stadion-innere zu nehmen. Dieses Verbot betraf tatsächlich jede einzelne unserer Zaunfahnen, die grundsätzlich bei jedem Heim- und Auswärtsspiel aufgehängt werden. Man hatte befürchtet, dass die bösen Glubberer eben diese Fahnen als Sichtschutz zum Zünden von Pyrotechnik verwenden würden. Ähm, ja, wenn ich zündeln möchte, dann kann ich das durchaus auch ohne Fahne. Wenn ich Lust drauf habe, kann ich mich auch 90 Minuten lang unter meiner Jacke verstecken. Hm, vielleicht kriegen wir nun auch bald Jacken- bzw. Klamottenverbot in den Stadien der Republik...

O.k. zurück zum eigentlichen Thema. Es wurde ewig hin und her diskutiert und sowohl die Jungs und Mädels außerhalb des Stadions als auch wir, die wir im bereits im Stadion drin waren, haben sich die ganze Zeit friedlich und kooperativ verhalten. Wer das nicht glauben mag, kann sich gerne bei diversen Journalisten, die mittendrin standen, erkundigen. Eine kleine Abordnung von UN sowie der Fanbeauftragte Jürgen Bergmann telefonierten 30 Minuten lang mit Hinz und Kunz, um das verhängte Verbot zu umgehen. Aber man wurde wohl immer wieder darauf verwiesen, dass "von ganz oben" mit keinerlei Einsicht bzw. Rücknahme des unglaublich albernen und lächerlichen Verbots zu rechnen sei. Herr Bruchhagen hat das so angeordnet und deshalb wird das auch so gehandhabt. Schluss, aus, basta! Demzufolge beschlossen die Ultras, das Spiel über vor den Stadiontoren zu verweilen. Die Glubberer, die sich bereits im Gästeblock befanden, wurden dazu aufgerufen, sich mit den anderen zu solidarisieren und den Block wieder zu verlassen. Ich war wirklich verwundert über die Menge, die dann tatsächlich den Block verließ und sich zu uns nach draußen gesellte. Und noch immer lief alles friedlich und gesittet ab. Es wurden gemeinsame Gesänge angestimmt und man konnte keinerlei Aggressivität der anwesenden Glubberer vernehmen. Als man den  Jungs und Mädels einige Becher mit stinknormalem Leitungswasser über den Zaun reichen wollte, gab es von den Ordnern schon erste Schubsereien und Beschimpfungen. Wohl gemerkt - diejenigen, die sich außerhalb des Stadions befanden, hatten keinerlei Möglichkeit, an etwas Trinkbares heran zu kommen. Irgendwann ließ man mich und zwei Freundinnen aber doch ungehindert zu den Freunden nach draußen und man mag es kaum glauben, sie haben das von uns gebrachte Wasser tatsächlich getrunken und nicht für was auch immer zweckentfremdet... Aber gut, dass die Ordner in Frankfurt noch nie besonders freundlich uns Gästen gegenüber waren, ist ja kein Geheimnis. War wohl ihr Triumpherlebnis, den schrecklich bösen Wartenden einen Schluck Wasser zu verwehren... No Comment...

Dass das Polizeiaufgebot exorbitant hoch war, konnte sich jeder denken. In ihrer typischen Schildkrötenpanzerung standen die "Gesetzeshüter" da und warteten scheinbar nur darauf, die Standhaftigkeit ihrer Panzerungen zu testen. Als sich nämlich ein paar Leute erdreistet haben, sich dem Zaun, der den Innenbereich des Stadions von außen trennt, zu nähern, wurden schon die ersten Knüppel geschwungen. Und das nicht gerade zaghaft. Selbst die anwesenden Ordner, u.a. auch ein paar Herren unseres eigenen Ordnungsdienstes haben es schon kommen sehen, dass die Polizei wohl aufgrund der Kälte etwas Lust auf Sport verspürte... Und was liegt da näher, als auf bis dahin absolut friedliche und disziplinierte Fußballfans einzudreschen. Da wird es einem garantiert schön warm. Dabei soll unsere Staatsmacht doch eigentlich deeskalierend wirken. Hab ich zumindest mal irgendwann gehört. Aber vielleicht stand das auch in einem Märchenbuch drin...

Nun ja, wenn man Menschen wie Tiere behandelt, beginnen sie auch irgendwann, sich wie Tiere zu benehmen. Das sollte eigentlich für jeden absolut nachvollziehbar sein. Und so kam es, wie es sich die Polizei vielleicht gewünscht hat. Es kam zu den "Ausschreitungen", von denen in manchen Berichten mal wieder die Rede war. Und was natürlich wieder hervor gehoben wurde, waren die wohl 10 verletzten Polizisten. Teilweise hatten manche von ihnen scheinbar Augenreizungen. Hm, woher das wohl kommen mag? Die Lösung ist relativ einfach. Wenn man wie bekloppt Tränengas in die Menge sprüht und nicht auf seine Umgebung achtet, kann es durchaus passieren, dass man von seinen eigenen Kollegen mit dem widerwärtigen Zeug getroffen wird. Willkürlich sprühten die Damen und Herren Polizisten damit in die Menge. Aber das wird mal wieder verschwiegen. Wie viele Glubberer mit den üblen Nachwirkungen dieses Teufelszeugs zu kämpfen hatten, interessiert die Medien scheinbar nicht wirklich. Sind schließlich eh alles Verbrecher... Außerdem nicht gut für die Schlagzeilen. Verletzte Ordnungshüter machen sich doch wesentlich besser als wenn asoziale Fußballfans aus reiner Willkür verletzt werden. Die haben es auch gar nicht anders verdient. Wo kämen wir denn auch hin, wenn man als Fußballfan noch ein Anrecht auf Menschenwürde hätte? Sowas geht ja mal gar nicht. Nee, immer schön rein in die Menge sprühen und mit dem Schlagstock hinterher. Soll ja auch richtig weh tun. Sonst wär´s ja langweilig.
Allerdings scheint es auch langweilig zu sein, die Wahrheit zu verbreiten... Man machte übrigens keinen Unterschied, auf wen man einprügelte. Ein Kind konnte gerade noch von seinem Vater vor dem Schlagstock weggezogen werden. Auch Frauen waren vor den Schlägen und den Sprühattacken nicht gefeit. Naja gut, kann ich schon verstehen. Wenn man so richtig in Fahrt ist, dann schlägt man einfach auf jeden ein. Und die Tränengas-Fontäne ist auch für alle da. Soll ja jeder was davon haben...
Ich könnt echt nur noch kotzen, wenn ich mir die Bilder des vergangenen Nachmittags vor Augen rufe. Nur, um das nochmal festzuhalten. Eintracht Frankfurt hat seine eigenen Fans nicht im Griff und weil das so ist, verbietet man den Gästen aus Nürnberg einfach mal jede einzelne Zaunfahne. Hätte man die Leute mitsamt ihren Fahnen in den Gästeblock gelassen, hätte es gar keine Probleme gegeben. Aber dann würde man sich ja eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben. Herzlichen Glückwunsch, Herr Bruchhagen! Großartige Leistung! Das wir in Frankfurt in den letzten Jahren mehr als unerwünscht waren, bekamen wir grundsätzlich zu spüren. Aber das, was gestern passiert ist, ist der Gipfel der Dreistigkeit.

Obwohl die Solidarisierung mit den Zugfahrern anfangs noch recht groß war, bemerkte man doch zur zweiten Halbzeit, wer kapiert hat, worum es eigentlich geht und wer nicht. Plötzlich waren eine Menge Leute doch wieder in den Gästeblock entschwunden und gaben sich ihrem Dummsuff-Gegröhle hin. Aber lasst euch eines gesagt sein: heute sind es die Ultras, die Hools, die Szeneleute, die ihre Menschenrechte am Drehkreuz des Stadions abgeben. Morgen wird es auch euch treffen. Und dann braucht keiner anfangen zu jammern und versuchen, sich gegen dieses beschissene System zu wehren. Ihr habt dann bereits verloren. Aber gut, is ja egal, wenn man als Fan eigentlich keine Rechte mehr besitzt. Hauptsache, das Bier im Stadion schmeckt und man kann einen auf pseudo Ultra machen, indem man plötzlich heraus gefunden hat, wo man denn Bengalos, Rauch etc. bestellen und sich damit auf Parkplätzen brüsten kann. Das zumindest habt ihr ja schon voll drauf. Arschpeinlich kann ich dazu nur sagen. Bleibt doch lieber daheim und macht bei euren Dorffesten einen auf Ultra oder was auch immer. Oder lasst euch einfach mal von der Polizei vermöbeln und mit ganz viel Glück bekommt ihr auch das Glücksgefühl, Tränengas bzw. Pfefferspray in die Augen zu bekommen, ab. Ihr könnt das Zeug dann mit eurem Bier oder Schnaps auswaschen...

So, genug für heute gemault. Ich bin müde und hab die Schnauze einfach gestrichen voll.
Fazit des Spieltages bei der Eintracht: man munkelt, der Glubb hätte gut gespielt. Der Verein, der scheinbar des DFB liebstes Kind ist, sollte endlich mal lernen, was es bedeutet, freundlich zu Gästen zu sein. Diesen Kurs kann dann bitte auch gleich die hessische Polizei absolvieren. Denn die hat es echt mehr als nötig. Wollen wir hoffen, dass dieses Ereignis zum Umdenken bewegt. Aber gut, ich glaub ja selbst nicht mal dran. Und ehe ich es noch vergesse - wie wäre es endlich mal mit einer Kennzeichnungspflicht für Polizisten? Oder muss man es sich gefallen lassen, von einem "Freund und Helfer" als Schlampe betitelt zu werden?

In diesem Sinne: RECLAIM THE GAME!

Freitag, 8. Februar 2013

FFM auswärts oder der 3. Weltkrieg???

Eigentlich habe ich mich auf die Auswärtsfahrt zur Eintracht gefreut und wollte im Vorfeld gar nichts zu dem Spiel schreiben. Gestern allerdings staunte ich nicht schlecht, als ich die Fan Info unseres Ruhmreichen gelesen habe. Man hat sich mittlerweile leider daran gewöhnt, dass es dort grundsätzlich zu Problemen kommt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass man Angst vor einem 3. Weltkrieg hat, wenn man sich so betrachtet, was uns da morgen alles erwartet.
Ein normal Sterblicher, der vom Fußball keinerlei Ahnung hat, wird sich auch seinen Teil denken, wenn man den ganzen Müll, der von Seiten der Frankfurter Eintracht als auch von deren Polizei verzapft wird, liest. Scheinbar glaubt man tatsächlich, der worst case tritt ein und es wird ein unglaubliches Horrorszenario entstehen. Damit wir uns richtig verstehen - es geht um ein Auswärtsspiel unseres Glubbs bei der SGE. Nicht um einen Einsatz in Afghanistan oder sonst etwas in der Art. Nein, wir bereiten uns nicht auf den Krieg vor. Wir wollen lediglich unseren geliebten FCN in Hessen unterstützen. Allerdings wird diese Vorfreude schon vorab durch diverse Ankündigungen getrübt. So können die Jungs und Mädels von Ultras Nürnberg nicht ihre geplante Schiffsreise antreten. Die Reederei hatte da wohl angeblich etwas dagegen. Ein Schelm, der Böses denkt... Wenn man sich denn die Fan Info von den Frankfurtern für uns Gästefans ansieht, wird eine Anreise per Schiff als provozierendes Verhalten interpretiert...


Scheinbar glaubt man, es würden pyromanische, Kinder fressende und randalierende Horden in FFM einfallen. Anders kann ich mir diese ganzen Schikanen nicht erklären. Klar, is ja auch viel einfacher, uns Gästefans für die eigene Unzulänglichkeit der Frankfurter Ordner und Polizei verantwortlich zu machen. Schließlich haben die ihre eigenen Fans nicht im Griff. Also statuiert man lieber mal ein Exempel an den bösen, bösen Nürnbergern, die regelmäßig alles in Schutt und Asche legen... 

Wir werden uns das garantiert nicht gefallen lassen! Wir sind keine Menschen zweiter Klasse! Lest euch den aktuellen YaBasta Blog durch und teilt ihn auf allen möglichen Plattformen! Wer im Vorfeld meint, ihn würde das nicht betreffen, der irrt. Und sollte dann doch ein "Normalo" den Schikanen zum Opfer fallen, ist das Geheule groß. Also, haltet alle zusammen und zeigt all denjenigen, die uns als Abschaum ansehen, dass wir ebenso wie die VIPs und die ganzen Eventfans eine Daseinsberechtigung haben! Wir sind die Nordkurve Nürnberg und kein Haufen Provinzler, die alles mit sich machen lassen!

Dienstag, 22. Januar 2013

Böse Buben Interview

Nachdem ich ja schon mal das Label "Böse Buben Club" vorgestellt habe, wollte ich euch auch mal die Macher, die dahinter stecken, vorstellen.  Marc und Spike sind quasi die Väter des Böse Buben Clubs und natürlich die Hauptinitiatoren.
Und da ich selbst Kundin beim BBC bin, kann ich nur sagen, es lohnt sich, dort einzukaufen. Die Qualität der Ware ist wirklich absolut top und die Bestellung läuft vollkommen reibungslos und unkompliziert ab :-) Auf diversen Feiern sieht man mittlerweile immer mehr Mädels und Jungs, die irgendwas vom BBC tragen. Das ist doch schon mal ein großer Fortschritt für ein noch so junges Label. Allerdings beweist das auch, wer sich alles mit dem BBC verbunden fühlt bzw. das Credo des BBC verinnerlicht hat. So, genug des Lobes. Da Spike leider keine Zeit für ein Interview hatte, hatte ich das Vergnügen, dieses Gespräch mit Marc zu führen.




Servus Marc. Was genau ist denn der “Böse Buben Club“?

Marc: Eine Textilien-Marke direkt aus dem schönen Nürnberg.

Wofür steht denn der Name BBC?

Marc: Für Geschlossenheit und Zusammengehörigkeit. Viele denken irrtümlicherweise, wir wären ein Club oder ein Verein oder sonstwas in der Art. Das Wort "Club" im Namen des Labels steht lediglich für eine Verbindung von Leuten, dich sich selbst nicht ganz dem Mainstream zugehörig fühlen und sich dem auch nicht unterordnen möchten.

Wie ist das Label entstanden?


Marc: Die Idee zu dem Label gibt es schon seit ca 15 Jahren, auch exakt mit diesem Namen. Sie ist in einer der langen Türsteher-Nächte gewachsen und im Kopf gereift. Und nun wurde sie endlich realisiert.


Wie lange gibt es den BBC jetzt schon?


Marc: Offiziell seit Juni 2012; bis dahin wurde Einiges an Vorarbeit geleistet. Wir wollten schließlich kein Shirt auf den Markt bringen, dass nach 2 Mal tragen wie ein Lumpen am Körper sitzt und wo vom Aufdruck kaum mehr was sichtbar ist. Qualität steht hier an oberster Stelle.
Wir mussten uns mit etlichen Test-Shirts und Probedrucken auseinander setzen.




Ich hab gehört, dass ihr anfangs mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hattet bzw. hab das auch selbst mitbekommen, wenn die Rede auf den BBC kam.


Marc: Das stimmt allerdings. Viele dachten, dass das Wort "Club" im Label-Namen für einen internen Club stünde und das Tragen der Marke somit nur gewissen Leuten zustehen würde. Dem ist aber ganz und gar nicht so.
Es hat schon einige Zeit gedauert, bis es sich rumgesprochen hat, dass es keine Ab- bzw. elitäre Ausgrenzung gibt.
Auch das Gerücht, der Böse Buben Club  wär ein Rockerclub oder würde gar einen großen Rockerclub supporten, hielt sich sehr hartnäckig. Ebenso wurde gemunkelt, wir würden der rechten Szene angehören... aber ich denke, mittlerweile sollte es sich doch rumgesprochen haben, dass wir nichts dergleichen sind. Es geht hier weder um Politik, Rasse noch Religion.


Hätte ich irgendwelche Vorurteile, würde ich nicht kräftig Werbung machen ;-) Bleibt eurer Linie treu. Beim Stöbern auf eurer Homepage und auch auf Facebook habe ich gesehen, dass es mittlerweile auch Shirts gibt, die nicht nur unsere Stadt repräsentieren sondern auch andere. 


Marc: Der Ursprungsgedanke war, Shirts zu machen, auf denen wir stolz den Namen unserer Stadt tragen.
Über all die Jahre hinweg sind Fußball-Freundschaften zu anderen Städten wie z.B. Frankfurt, Hamburg, Mainz etc. entstanden.
Der Kreis zieht sich mittlerweile weit über den Fußball hinaus und geht hin bis zu Bikern, Türstehern, Tätowierern usw. Eben all diejenigen, die etwas anders sind, als uns die Gesellschaft gerne hätte.
Die Anfragen ließen also nicht lange auf sich warten, ob wir nicht auch BBC Shirts für andere Städte machen wollen.


Was ist euer Ziel? Wie geht es mit dem BBC weiter?

Marc: Die Weltherrschaft ist unser großes Ziel ;-)

Hm, blöd, denn ich bin ja schon die Weltherrscherin. Aber ihr dürft euch gerne meiner Weltherrschaft unterordnen :-D


Vielen Dank für das nette Interview. Es gibt auch wieder neues Material zu bestellen. Auch für uns Mädels ist wieder was Neues dabei und selbst für die kleinsten der Kleinen gibt es was von den Bösen Buben. Schaut einfach mal vorbei.




Übrigens, bis zum 27. Januar 2013 könnt ihr noch an einem Wettbewerb vom BBC teilnehmen. Da ich ja eh so gerne fotografiere, nehm ich selbstverständlich auch teil :-) Alles Weitere dazu findet ihr auf der Facebook Seite der Jungs.




Sonntag, 13. Januar 2013

Erinnerungspatch an Micha

Michas Brüder von Zapata haben sich Gedanken darüber gemacht, wie wir alle der Familie unseres verstorbenen Freundes in dieser schweren Zeit helfen können. Klar, auf dem eigens für Micha eingerichteten Konto der

kann und soll man selbstverständlich weiterhin spenden. Die Solifeier, die wir im letzten Sommer gemeinsam mit den Zapata Leuten organisiert haben, sowie weitere Veranstaltungen, bei denen wir Fußball-Leute mit den Bikern zusammen getroffen sind, haben den Jungs gezeigt, wie großartig der Zusammenhalt bei uns in Nürnberg ist. Egal, ob es MCler oder eben wir Fußballfans sind - unsere Solidarität und das Streben einander zu unterstützen, sind wohl wirklich etwas Erstklassiges und vor allem Wunderbares. 



Man kreierte ein Patch, dass uns alle an Micha erinnern soll und welches wir - egal aus welcher Szene, mit Stolz tragen können. Ob auf der Kutte, Jacke, Tasche oder sonstwo. Tragt dieses Patch und zeigt, wie stolz ihr darauf seid, ein Teil von Michas Leben gewesen zu sein. Die Jungs wollten nicht einfach nur einen Spendenaufruf starten, sondern eben mit diesem Patch an Micha gedenken. Gerne greife ich hier auf die Worte seines besten Freundes Marius zurück:


In Gedenken an unseren Micha haben wir ein Memory-Patch entworfen.
Viele von euch, ob Biker, Rocker, Fußballfans oder nur gute Freunde von Micha haben gefragt, ob sie so ein Patch haben können. z.B. für die Kutte, Clubjacke oder anderes. 

Für uns war es von Anfang an klar, dass wir ein Patch machen werden, wir haben viele Ideen gehabt und nun haben wir uns dafür entschieden.

Wir werden dieses Patch mit Ehren tragen, es wird uns immer an die schöne Zeit mit dem Micha erinnern.

Mit diesem Patch möchten wir aber auf jeden Fall der Familie von Micha helfen.

Wir möchten es an euch alle für einen Solidaritätsbeitrag von 10 Euro pro Stück verkaufen.

Ich möchte gleich betonen, dass niemand von uns damit Gewinn machen oder sich dabei bereichern möchte . Wir wollen nur die Produktionskosten abdecken und den übrigen Erlös der Ehefrau von Micha zukommen lassen.

Die vergangenen Veranstaltungen wie z.B. die Soli-Feier mit der Typisierungsaktion haben mir gezeigt, dass der Zusammenhalt unter uns einfach einzigartig ist - dafür möchte ich auch nochmal DANKE an euch alle sagen. 
Darauf möchte ich weiterhin aufbauen und ebenso weiter machen. Wir alle wollen uns für eine "gute Sache" einsetzen und den betroffenen Freunden helfen!

Ich bitte euch, macht alle mit, es ist für einen tollen Zweck !!!


Wer also gerne Michas Familie unterstützen möchte, aber keine Ahnung hat, wie er an diesen Aufnäher kommt, möge sich bitte bei mir per Email melden. Ich werde eure Anfragen dann entsprechend an die Jungs weiter leiten. Auch, wenn Micha leider nicht mehr unter uns weilt, so können wir zumindest versuchen, seinen Hinterbliebenen ein wenig zu helfen. 10,- Euro tun garantiert niemandem weh und können dazu beitragen, das Leid von Familie Holinka zu lindern. Also, Arsch hoch und Bestellungen abgeben.
Gedenken wir unserem Freund Micha so, wie es ihm gebührt und wie es seine Brüder sich gerne für ihn wünschen.






Montag, 7. Januar 2013

ABSCHLACH zu Gast bei den Adelsdorfern

Nachträglich euch allen ein gesundes und hoffentlich erfolgreiches Neues! Nachdem die Feierei von Weihnachten und Silvester gut überstanden war, gab es am ersten Januarwochenende schon den nächsten Knaller. RSF Adelsdorf hat zum Jubiläum nach Geiselwind geladen und natürlich folgten wir dem Ruf. Da niemand Lust hatte, mit dem Auto zu fahren, nutzten wir die Gelegenheit, mit dem Bus von UN auf den Autohof zu gelangen.
Dort angekommen, erwartete uns schon ein recht großer Haufen an Gästen in der kleinen Konzerthalle. Die Adelsdorfer haben die ganze Feier wirklich toll aufgezogen. An dieser Stelle nochmal mein Kompliment an die Veranstalter und Organisatoren!

Adelsdorfer Festbier


Der Freitag war der Fanszene vorbehalten und so war es unumgänglich, dass der Abend mit vielen Ehrungen und Reden voran schritt. Mein persönliches Highlight des Freitags war der Moment, als Tobi mit seinem Rollstuhl auf die Bühne kam und dort sogar kurz aufstand! Ich denke, dass war für alle ein recht emotionaler Augenblick. Tobi, weiter so!
Nachdem der offizielle Teil beendet war, spielte die Kombo "Justice" bis in die frühen Morgenstunden. Meine Musik war das nicht wirklich. Aber gut, man kann es nie jedem Recht machen. Gegen 04.15 machte sich unser Bus wieder auf den Heimweg, damit wir alle ein paar Stunden bis zum zweiten Teil der Feier ausruhen konnten :-)

Am Samstag stand dann die Musik komplett im Fokus. Als erstes spielten Fastbeat Superchargers - eine Band aus Bamberg. Die Jungs waren gar nicht mal so übel. Im Anschluss daran enterten J.B.O. das Parkett. Als Teenager fand ich sie ja noch ganz witzig aber das hat sich im Laufe der Jahre wirklich geändert. Besonders angetan war ich von ihren pseudo-lustigen Scherzen nicht wirklich. Aber gut, ihre Fangemeinde war sichtlich begeistert. Als J.B.O. fertig waren, war es dann endlich an der Zeit für das ultimative Highlight.

Die Jungs von ABSCHLACH standen in den Startlöchern. Die Halle leerte sich komischerweise recht schnell aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Fast ausschließlich Fußballeute waren noch anwesend, als die ersten Töne der Hamburger erklangen. Bei ihrem letzten Konzert in Nürnberg habe ich leider nicht besonders viel mitbekommen, da ich für den Ausschank eingeteilt und entsprechend viel Arbeit zu erledigen war. Dafür sollte ich aber am Samstag entlohnt werden und ich konnte das gesamte Konzert genießen. Ich mag die Jungs einfach. Die Musik ist herrlich ehrlich und die Band ist unglaublich sympathisch.

(c) by Tamara Braunegger

(c) by Tamara Braunegger

(c) by Tamara Braunegger

(c) by Tamara Braunegger



Und wenn eine Hamburger Band ein Lied gegen die Westvorstadt anstimmt, kann man sie nur lieben :-) Das Repertoire beinhaltete alle bekannten Stücke und natürlich auch etwas vom neuesten Album, welches meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist. Leider hab ich "In Hamburg geboren" und "Mein Hamburg lieb ich sehr" während des Abends vermisst. Dafür spielten die Jungs aber "Mädchen aus Bramfeld", "Freunde" und natürlich "Reclaim the game" zweimal! Das hat mich dann doch ein wenig entschädigt ;-)  Obwohl ABSCHLACH natürlich ihren Verein, nämlich den einzig wahren Hamburger Verein besingen, gibt es mit der Band keinerlei Probleme, weil sie bei ihren Konzerten eben auch auf uns Nürnberger eingehen und die Antipathie zu diesem ekligen Verein vom Kiez einfach verbindet. Natürlich bestehen zum HSV auch einige private Freundschaften, die ich nicht missen möchte. Außerdem schaffen es die Jungs sogar, einen uns allen bekannten Herrn, der gerne im Wettbüro sitzt, zum Tanzen zu bewegen! Ich war echt verwirrt, als ich das gesehen habe :-) Wunder gibt es wohl wirklich immer wieder.
Ein paar komische Gestalten sorgten allerdings für ein wenig Unmut während des Auftritts. Man konnte sofort erkennen, welchem Fanclub, den ich aber nicht nennen möchte, diese Herren angehören. Dessen Ruf gerecht, verhielten sie sich auch wie die letzten Assis. Muss unglaublich toll sein, volle Bierbecher in die Luft zu werfen... Herzlichen Glückwunsch, Ihr Trottel.

Wie ihr seht, war ich vom Auftritt der Hamburger sehr angetan und freue mich schon auf das nächste Konzert, das hoffentlich bald stattfinden wird. Wer bisher noch immer nichts von ABSCHLACH gehört hat, sollte einfach mal auf ihrer

oder auf ihrem Facebook Account

vorbei schauen. Schade, dass es bei uns in Nürnberg nicht so eine geile Band gibt, die ihre Heimat und ihren Verein so stolz im Herzen trägt und dies auch nach außen transportiert. 

In diesem Sinne: RECLAIM THE GAME!