Mein Glubb Nämberch und ich

Mein Glubb Nämberch und ich

Dienstag, 21. Mai 2013

Was wäre wenn...?

Ja, was wäre wenn ich einen anderen Weg, als der, den ich gehe, eingeschlagen hätte? Hätte ich überhaupt eine Verbindung zum Fußball? Wie würde mein Leben aussehen? Wäre ich eine stinknormale Spießerin mit einem stinknormalen Alltag? Würde ich täglich zur Arbeit gehen, mich danach um Haushalt und Familie kümmern und am Wochenende Ausflüge mit den Lieben planen? Würde ich mich über all die Menschen, die zu meinen Freunden im Hier und Jetzt zählen, furchtbar aufregen?

Wenn ich so die letzten Jahre Revue passieren lasse, bin ich mir sicher, dass ich nie so geworden wäre. Allein die Vorstellung, ein "normales" Leben führen zu müssen, ist für mich enorm abschreckend.
Ich brauche die Abwechslung und das Chaos, die mein Leben bestimmen. Ich brauche es, jedes zweite Wochenende für 90 Minuten Glubb stundenlang im Bus durch die Lande zu reisen. Ich brauche es, für Ideale und Wünsche der Fanszene zu kämpfen. Auch, wenn der Kampf mit Komplikationen behaftet ist und sich manchmal in die Länge zieht. Ich brauche die Vorfreude auf brisante Spiele. Ich brauche es, jedes Wochenende mit Gleichgesinnten in der Kurve zu stehen. Egal, ob das im Max Morlock Stadion oder sonstwo ist. Ich brauche es auch, mich über den Glubb ärgern zu können. Sonst wäre es ja auch ziemlich eintönig.
Natürlich habe ich nichts dagegen, mich über bzw. mit dem Glubb freuen zu können :-) Schließlich erlebt man mit dem Ruhmreichen so einige kuriose Dinge. Sowohl positiver als auch negativer Natur.

Für mich ist der Glubb einfach eine Lebenseinstellung. Mein gesamter Alltag widmet sich dem 1. FC Nürnberg e.V. Da ist es nur logisch, das meine komplette Freizeit für den Glubb drauf geht. Aber genau so möchte ich es.
Fußball bzw. der Glubb haben für mich eine wesentlich höhere Bedeutung als nur 90 Minuten am Wochenende. Das, was die Nordkurve in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, ist einfach großartig. Ob das nun die "Rot-Schwarze Hilfe", die Kampagne "Max Morlock Stadion! Jetzt!", das "BAC" oder eben die tollen Aktionen der Ultras sind.

Von Fans für Fans!

Dieser Leitgedanke prägt die Nordkurve Nürnberg! Bestes Beispiel hierfür ist neben der RSH natürlich unsere Max Morlock Statue, die ausschließlich von Fans finanziert wurde.
Die Solidarität zwischen den verschiedenen Generationen ist einfach wunderbar und macht mich auch sehr stolz. Versucht man, einem "Normalo" zu erklären, warum man lebt, wie man es tut, kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner. Ich bin es mittlerweile auch leid, anderen meine Lebenseinstellung zu definieren. Erst vergangenen Donnerstag hatten Martschi und ich das Vergnügen, mit einem Gast unseres Lieblings-Cafés darüber zu reden... Entnervt ließen wir ihn dann einfach stehen.
Wie gesagt, ich brauche die Abwechslung und das Chaos, die ein Leben mit dem Glubb mit sich bringen. Ganz wichtig sind mir natürlich auch all die Freundschaften, die in all den Jahren meines Fandaseins entstanden und gewachsen sind. Ob es sich hierbei um Ultras, Seerosler, Red Devils oder um andere Szeneleute handelt. Genau weil die Leute so sind, wie sie sind, habe ich sie so gerne!
Ich bereue es nicht, den Weg, den ich gehe, eingeschlagen zu haben.
"Was wäre wenn" bleibt also unbeantwortet, weil sich die Frage eigentlich gar nicht stellt.

Samstag, 18. Mai 2013

Finger weg von unserem Helden

Zu dieser "Anti-Gewalt Aktion" werde und möchte ich mich nicht äußern. Allerdings frage ich mich ernsthaft, wer sich das Recht heraus nimmt und im Namen von Max Morlock solch einen Blödsinn verzapft!

Sauerei!


Was soll das??? Die Nordkurve Nürnberg hat fleißig für diese Statue gesammelt! Warum um alles in der Welt wird unser Denkmal unseres Helden derart zweckentfremdet?
Das ist absolut inakzeptabel und nicht hinnehmbar.
Womöglich waren es gar die Leute, die irgendwelche Pappen ausgelegt und nicht mal gültige Eintrittskarten für das Spiel hatten. Ich weiß es leider nicht aber ganz egal, wer das war - die Max Morlock Statue dient sicherlich nicht dazu, für derartige Aktionen missbraucht zu werden!!!
Macht weiter ohne jegliches Hintergrundwissen aber lasst eure Schmutzfinger von der Max Morlock Statue und erdreistet euch nicht, in seinem Namen eure Meinung zu verbreiten!!!

Mittwoch, 15. Mai 2013

Romantik in Düsseldorf

Endlich war es soweit. Der Ruhmreiche spielte nach langer Zeit wieder bei der Fortuna in Düsseldorf. Die Fahrt verlief weitestgehend ereignislos. In Düsseldorf angekommen, wurden wir erstmal vom strömenden Regen begrüßt... Das hinderte so manch Einen aber nicht daran, im Dirndl bzw. in der Lederhose herum zu watscheln... Warum man den Bayern huldigen muss, erschließt sich mir nicht. Wenn man denn wenigstens die Fränkische Tracht tragen würde... Na ja, ich lass es bleiben. Bringt eh nix. Es war demnach auch wieder meine Lieblingsklientel mit unterwegs. Über die lass ich mich aber gar nicht aus, denn dann säße ich morgen noch hier.

Von außen hat das Stadion eigentlich nichts Ansprechendes - allerdings muss ich sagen, dass mir der Gästeblock recht gut gefällt. 3 Aufgänge, sodass sich die Leute nicht immer nur in einem Mundloch zusammen quetschen müssen. Im Gegensatz zu anderen Stadien fand ich den Block auch relativ großzügig bemessen. Kann aber auch nur Einbildung sein. Die Akustik war auf jeden Fall top. Liegt wohl auch an der Lage des Düsseldorfer Fanblocks. Schön unterm Dach. Das gefällt. Eigentlich hätte ich bei diesem Spiel nicht mal was dagegen gehabt, wenn der Glubb verloren hätte. Düsseldorf ist allemal eine Reise wert und hat es im Gegensatz zu diversen Retorten- bzw. Dorfvereinen verdient, in Liga 1 zu spielen. Als Balitsch sich in die Herzen der Fans schoss, sah es ja sogar danach aus. Allerdings drehte der Ruhmreiche das Ruder und ging mit 3 Punkten vom Platz. Glücklicherweise war ich während Schäfers peinlicher Aktion gerade in der Keramikabteilung, sonst würde ich hier wüste Beschimpfungen von mir geben. Wenn die Mannschaft den Charakter oder das Verhalten des Kapitäns annimmt, na dann gute Nacht... Hoffen wir mal das Beste und träumen weiterhin davon, dass der werte Herr Schäfer endlich einsieht, dass sein Verhalten absolut peinlich ist.

Nach dem Spiel ging es dann in die berühmte Düsseldorfer Altstadt. Dort wurden erstmal ein paar Lokalitäten besucht, bis man sich auf eine geeinigt hatte. Das enorme Polizeiaufgebot trübte die Laune im Vorfeld allerdings schon ein wenig. Alleine auf dem Marktplatz standen 16 Busse der Gesetzeshüter herum! Ich fühl mich sicher - NICHT! 

Das Wetter war genauso launisch wie unser Kapitän und zeigte sich teilweise wirklich von seiner übelsten Seite. Als ich irgendwann wieder trocken war, musste ich natürlich meiner Leidenschaft nachkommen und ein paar Fotos am Rheinufer machen. Ein schöner Sonnenuntergang war mir leider nicht gegönnt aber gut, man kann nicht alles haben. Also gesellte ich mich wieder zu meinen Leuten. Dort angekommen, staunte ich nicht schlecht, als ein großer und bunter Haufen der Nordkurve lauthals singend in unsere Gasse lief. Das war mal wieder so ein Moment, in dem ich mir nur gedacht habe: genau deshalb liebe ich es! Das ist Nürnberg!
Für mich persönlich war das schon ein kleiner Gänsehautmoment, der mir wieder mal klar machte, wie geil es ist, zur Nordkurve Nürnberg zu gehören.

Gemeinsam sang und feierte man in "unserer" Gasse, bis der Schrecken seinen Lauf nahm...
Wilde Horden von Zwergen, Prinzessinnen und anderen dubiosen Gestalten bahnten sich den Weg durch die Glubberer. Ein wirklich erschreckendes Bild und vor allem waren diese Leute einfach nur unglaublich nervig. Gegen den modernen Junggesellenabschied! Hier sollte man mal eine Facebook-Gruppe eröffnen, wenn man schon Aufmerksamkeit möchte. Oder gegen Gewalt an Schulen oder in sozialen Brennpunkten...
Sogenannte Polizisten "bewachten" uns von Anfang an. Das hat gaaaaanz sicher nichts mit Vorurteilen zu tun... Niemals! Die Straße war gesäumt mit kaputten Gläsern und Flaschen. Der Grund hierfür liegt aber nicht an den Glubbfans sondern an den in dieser Straße ansässigen Wirten. Von meinem Logenplatz aus konnte ich mehrfach sehen, wie man in Düsseldorf die Tische abräumt. Man nehme einen Tisch, welcher mit leeren Gläsern und Flaschen bestückt ist und kippt diesen einfach an den Straßenrand. Dann klappt man den Tisch zusammen, stellt ihn weg und schnappt sich den nächsten... Sehr komische Sitten haben die da in Düsseldorf. Aber ich kann mich nicht beklagen. Der Wirt mit der merkwürdigen Abräummethode hat mir gestattet, mich in seiner Lokalität aufzuwärmen und sogar das Rauchverbot zu umgehen. Da sag ich natürlich nicht nein ;-)

Als dann so ziemlich alle Kneipen in unserem Abschnitt dicht machten, versammelte man sich eben vor den geschlossenen Gaststätten und sang fröhliche Lieder. Getränkenachschub gab es ja bei diversen Kiosken. Warum man zu diesem Zeitpunkt die Hunde der Problempolizisten ohne Maulkorb hinter uns positionierte, verstanden wohl nur die Herren und Damen, die sich schön vermummt hatten, selbst. Ganz wohl fühlte man sich dabei auf jeden Fall nicht. Das ging wohl auch unserem SKB, N.M. so, der von seinen eigenen "Kollegen" nicht gerade sanft behandelt wurde.
Zu vorgerückter Stunde teilte sich unsere Sangesgruppe in zwei Hälften auf. Getrennt wurden wir von grünen, behelmten Gestalten, die aber wohl nicht zu den unzähligen Junggesellenabschieden gehörten. Aber auch das tat der Stimmung keinen Abbruch und so wurde eben im Kanon gesungen und geklatscht. Und erneut kam mir in den Sinn, warum ich unsere Gemeinschaft so lieb hab.

Irgendwann wurde eine Gruppe zu ihrer Schlafstätte verbracht. Selbst holländische Touristen durften sich ihnen anschließen. Der andere Teil beschloss, sich den romantischen Sonnenaufgang am Rheinufer nicht entgehen zu lassen. Da das Wetter aber erst gegen Vormittag besser wurde, war die Romantik vergessen und man plante Hafenrundfahrten oder gar Nil-Kreuzfahrten, bis die anderen ausgeschlafen haben. Nach und nach trudelten die Langschläfer auch ein und so wurde es Zeit für mich, mich zu verabschieden. Mit dem Taxi ging es ins Hotel meiner Rückreisegruppe. Dort ergatterte ich sogar ein Gratis-Frühstück, da sich meine Freundin lieber eine Mütze Schlaf gönnte und mir, selbstlos wie sie ist, ihr Frühstück überließ. :-) Gegen 11h ging es dann wieder in Richtung gelobtes Land. Selbst auf der Autobahn hatte man aber keine Ruhe vor den Herren und Damen in Grün. Allerdings gab ein Polizist sogar zu, dass er gar nicht wisse, was er hier mache. Schließlich hätten wir ja kein Problem mit den Düsseldorfer Fans. Der Mann hat es erkannt. 

Gegen 18.45h kamen wir dann auch in Nürnberg an und man ging seiner Wege. Alles in allem war das eine wirklich gelungene Auswärtsfahrt mit guten Freunden. Wenn da bloß nicht diese blöden Zwerge, Prinzessinnen und sogenannten Polizisten gewesen wären...

Freitag, 3. Mai 2013

Der Glubb ist nun mal der Glubb...

Am 04.05.1900 erblickte der Glubb das Licht der Welt. Morgen vor 113 Jahren wurde unser Ruhmreicher geboren.
Während dieser 113 Jahre ist viel geschehen beim 1. FC Nürnberg e.V. Die glorreichen Zeiten hat der Glubb hinter sich. Ob wir je wieder eine Deutsche Meisterschaft miterleben werden, steht in den Sternen. Für mich persönlich wäre das natürlich der allergrößte Wunsch, die 10. Meisterschaft feiern zu dürfen. Dazu müsste man allerdings einige Vereine aus der Liga verbannen, um diesen Traum verwirklichen zu können... Also träumen wir weiter und wer weiß - eines Tages - stehen wir mit der Schale am Hauptmarkt und lassen es so richtig krachen. Es wäre auch wirklich toll, wenn an diesem Tag keine einzige Sendung über Luchse ausgestrahlt werden würde ;-)

Bis es aber soweit ist, sollten wir erstmal versuchen, die laufende Saison gut hinter uns zu bringen. Morgen ist die Mannschaft aus Leverkusen zu Gast im Max Morlock Stadion. Das bereitet nicht nur mir Bauchschmerzen. Nach den desolaten Leistungen gegen die Westvorstadt und den Retortenverein des Dietmar Hopp wird mir ganz übel, wenn ich an morgen denke. Der Glubb ist nun mal der Glubb und der Glubb schafft oft das Unmögliche. Leider im negativen Sinne... Wir sind noch nicht ganz durch und die Relegation könnte auf blöd noch winken. Klar, in den letzten Jahren haben wir uns in der Relegation gut geschlagen aber jede Serie hat einmal ein Ende... Und wie schon erwähnt, der Glubb ist nun mal der Glubb...

113 Jahre Glubb - da sollten sich alle Akteure auf dem Rasen zusammen reißen und uns allen das schönste Geschenk bescheren. 3 Punkte zum Geburtstag wären schon grandios.  Also Arsch aufreißen und Kampfgeist und Siegeswillen beweisen! Hier ein Zitat von Michael Wiesinger (den kompletten Text könnt ihr auf der Glubb-Homepage nachlesen):

 "Wille, Leidenschaft, Handlungsschnelligkeit, Situationen erfassen können. Wir sind jetzt gefordert. Dem müssen wir uns stellen. Jeder muss jetzt Farbe bekennen", so der Club-Trainer. "Wir als Mannschaft müssen das Gefühl vermitteln, dass wir diese Niederlagen vergessen machen wollen. Wir wollen wieder eine positive Serie starten."

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube...

Wobei vielleicht doch noch Hoffnung besteht. Unsere Freunde vom FC Everton sind momentan zu Besuch. Beim Hinspiel in Hamburg haben sie uns Glück gebracht :-) War aber glaub ich auch, das erste Mal, dass wir mit den Jungs im Stadion nicht verloren haben *g* Ich freu mich auf jeden Fall, dass sie erneut den Weg von meiner Lieblings-Insel zu uns nach Nürnberg angetreten sind. Wenn wir morgen wahrscheinlich eh nix zu Feiern haben, ziehen wir das einfach auf heute vor!

EFC and FCN! Welcome back, guys!

Lassen wir uns überraschen, welches Geschenk der Glubb uns und auch sich selbst am morgigen Geburtstag macht...

Im Übrigen feiert auch das Ya Basta Team Geburtstag. 6 Jahre lang begleitet uns das Heft nun schon durch den Glubb-Alltag. Beim morgigen Heimspiel könnt ihr Ausgabe 36 bei den üblichen Verdächtigen erstehen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die aktuelle Ausgabe:


★ 6 Jahre Ya Basta! Teil 6: 2012/2013
★ Titelthema: Zaunfahnenkultur
★ Spielberichte
★ Szene News
★ Lesestoff & Flimmerkiste (Fanzine- und Buchbesprechungen, Sky-Doku)
★ RSH
★ Staatsfeinde (Texte: Wir machen auch Hausbesuche // Absicht oder Zufall – Die  Rolle der Polizei in München)
★ Sicherheit kostet Menschenleben
★ Förderkreis Choreographien – Bilder Making of
★ Meine Stadt Spezial (Der Nürnberger Trichter – Mythos oder Realität)
★ Amici (Neues von unseren Freunden, 10 Jahre UN + UGE, Rückblick: Hugos sind nicht auszulöschen, Tourbericht Larissa, Spielberichte Schalke – Dortmund, Galatasaray – Schalke, Nyköpings – Göteborg)
★ Seitenblick („Blut muss fließen“ – Ein Journalist wagt sich in die Neonazi-Szene)
★ Auswärtsblock



Und wer noch nicht genug Lektüre hat, kann sich beim Hefdla-Hannes oder bei mir im Fanprojekt-Container die restlichen Ausgaben des aktuellen Daggl holen. First come, first serve.

Das war´s für heute. In diesem Sinne: schönen Gruß an alle Gegner - Tradition kann man nicht kaufen!

Sonntag, 28. April 2013

Kein Ultras Nürnberg Sing- und Klatschabo verfügbar

Der Glubb zu Gast beim Retortenverein in Sinsheim... Fußball wär so toll, wenn der Glubb net so a Depp wär...




Angekommen in der Pampa musste man erst mal feststellen, dass man dort einfach noch immer nicht mit großem Gästeanhang zurecht kommt. Am Einlass hat man eine extrem dämliche Konstruktion, die den Treppenaufgang enorm verengt, angebracht. Die Ordner sind noch immer so planlos wie eh und je. Als wir vorletzte Saison dort waren, wurde einem Herren, der vor mir kontrolliert wurde, seine angebissene Breze (!) weg genommen. Schon klar - gefährliches Wurfgeschoss und so... Vergangene Saison musste ich beweisen, dass mein iPhone tatsächlich benutzt und nicht als Wurfgegenstand missbraucht wird... Heute war es ein Kamm, den ein älterer Mann bei sich trug. Man stelle sich nur vor, was der gute Herr wohl alles damit angestellt hätte... Womöglich sogar sein ergrautes Haar mit dem Kamm gerichtet. Böser alter Mann... Nun ja, Hoffenheim eben. Im Block angekommen, erstmal akklimatisiert und dann einen guten Platz gesucht und auch gefunden. Weit weg vom Dummsuff-Volk.
Der Stimmungsboykott wurde von UN ja via Ya Basta kommuniziert und natürlich freute man sich auf die "wirbrauchenkeineUltrasumStimmungzumachen-Fraktion". Warum erwachsene Männer dafür mit einer Spielzeugtrommel nach Hoffenheim fahren, bleibt wohl ein Geheimnis. Es kam, was zu erwarten war: Da UN, BDA und andere Teile der Szene eisern schwiegen, fühlten sich so manche illustre Gesellen dazu ermutigt, ihre "kreativen" Gesänge zum Besten zu geben. Außer "FCN, FCN" und "Auf geht´s, Nürnberg schieß ein Tor" vernahm man aber auch nicht besonders viel. Aber eines muss man den Leuten lassen - sie haben echt spielbezogen supportet... Nach dem Anschlusstreffer vom Glubb hatten sie ihre große Bühne... Ach - und nicht zu vergessen die Fraktion Arschloch. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich keiner Ultras-Gruppierung angehöre, mich aber dennoch sehr stark in deren Umfeld bewege. Und wenn ich aus dem oberen Drittel des Gästeblocks Gesänge wie " Alle Ultras sind scheiße" und noch mehr solch primitiven Dreck höre, hört es auch bei mir auf! Was bildet Ihr Idioten Euch eigentlich ein??? Den Glubb anfeuern, schön und gut. Aber die eigenen Leute grundlos im Gästeblock zu bepöbeln ist echt unter aller Sau. Vor allem, weil es genau die "Fans" sind, die sonst immer schön brav ihr Handy oder die Kamera zücken, wenn der Block so richtig am Überkochen ist und ihre Videos anschließend bei YouTube oder sonst wo hochladen... Oder Fotos von Choreos im Internet verbreiten, obwohl die ja von den "Scheiß Ultras" erstellt werden...
Niemand wurde gezwungen, sich am Boykott zu beteiligen. Und die aktive Fanszene ist ganz sicher nicht dazu da, um irgendwelche Idioten zu bespaßen. Kriegt doch selbst mal was auf die Reihe, dann könnt Ihr die Waffel aufreißen! Sowas kotzt mich echt tierisch an! Passend auch hierzu ein Zitat einer Freundin:

"Das "Ultras Nürnberg Sing- und Klatschabo" war in Sinsheim leider nicht verfügbar. Bitte kümmern sie sich selbst um einen spielbezogenen Support!"

Vorher noch die große Klappe im Internet haben und dann im Stadion nichts zustande bringen. Großes Kino! Aber gut, man kennt es ja nicht anders. Das Spiel selbst war einfach nur, ähm, sagen wir mal unschön. Ich hab nichts davon gemerkt, dass Hoffenheim um den Klassenerhalt kämpfen muss. Das muss ich leider zugeben. Mit dem 2:1 waren wir tatsächlich gut bedient. Traurig, traurig, was da geschehen ist. Erst diese unsägliche Schmach gegen die Westvorstadt und nun die gleiche desolate Leistung gegen diesen Drecksverein, den kein Mensch braucht. Das einzige Highlight während des Spiels war ein Pärchen, welches direkt vor uns stand. Irgendwelche Volltrolls haben wohl einen auf Pseudo-Ultra gemacht und versucht, zu zündeln. Hätten 5 Leute zeitgleich Zigarren gepafft, wäre die Rauchentwicklung wahrscheinlich stärker gewesen. Das Pärchen allerdings sah das wohl etwas anders. Sie: "Schatz, das Stadion brennt, wir müssen sofort raus hier." Meine Freundin und ich: "Das ist nur ein wenig Rauch. Da brennt nix ab." Die Panik-erfüllte Lady:" Doch, es brennt, wir müssen weg."
Schwuppdiwupp hat sie ihren Mann hinter sich her gezogen und ward nie mehr gesehen :-D

Nachdem das Desaster abgepfiffen wurde, leerte sich der Block schnell. Wir blieben noch auf unserem Wellenbrecher sitzen und warteten auf die Reaktion der Mannschaft. Die Herren liefen tatsächlich klatschend in Richtung Kurve, drehten aber dann in Richtung Sitzplatz rechts neben uns ab... Dass sie sich dann auch diversen Beschimpfungen und Pfiffen aussetzen mussten, sollte nach dem, was sie letzte Woche und auch gegen Hoffenheim gebracht haben, verständlich sein. Sollte man zumindest meinen. Aber ein Herr Schäfer und ein Herr Balitsch wissen es wohl besser. Auf der Heimfahrt las man dann auf diversen Internetplattformen, dass die beiden Herren wohl eher weniger fanfreundliche Töne von sich gaben. Auch mein Lieblingsbegriff "sogenannte Fans" wurde da von Herrn Balitsch genannt. Als wir ihn am Valznerweiher darauf ansprachen, hat er uns einfach ignoriert und sich natürlich nicht dazu geäußert. Wie übrigens alle Spieler bis auf Sebastian Polter. Da unser Bus vor der Mannschaft ankam, beschlossen 3 Mitfahrer und ich auf die lieben Profis zu warten. Arschkalt war´s und der Himmel hat wohl auch wegen der katastrophalen Leistung des Glubbs schrecklich geweint. War uns in dem Moment aber echt wurscht. Als die Jungs dann auch angekommen waren, ihr Zeug gepackt hatten, wurden wir wie Luft behandelt. Einzig Sebastian Polter kam direkt zu uns, um mit uns zu sprechen. Allein dafür verdient er wirklich meinen Respekt und meine Anerkennung. Ein sehr sympathischer Typ, der wohl verstanden hat, was uns bewegt. Schade, dass Schäfer und Balitsch weniger bzw. gar keinen Anstand bewiesen haben. Wir wollen niemandem etwas Böses, schon gar nicht unserer Mannschaft. Aber wenn man Mist baut, dann sollte man auch den Arsch in der Hose haben und sich den "sogenannten Fans", die ihre gesamte Zeit und ihr ganzes Geld diesem Verein verschrieben haben, stellen. Woche für Woche, Jahr für Jahr stehen wir in den verschiedensten Stadien der Republik, um die Jungs kicken zu sehen. Wir verplanen unser gesamtes Leben nach dem Spielplan. Und was ist der Dank dafür? Ein Tritt in den Arsch. Dankeschön! Erzählt bitte nie wieder, dass Ihr wisst, was ein Derby für uns bedeutet. Ihr habt nichts aber auch rein gar nichts begriffen. Der Glubb ist unser Leben. Wir stehen auch noch in 50 Jahren in der Kurve, während Ihr Euch auf Eurem dicken Geldpolster ausruht. Und wenn das so weiter geht, schafft der Glubb echt noch die Sensation und wir dürfen wieder in die Relegation... Ich sag nur 29.05.1999... Da ging es gleich von Platz 12 runter in Liga 2. Klar, ich bin im Augenblick emotional geladen und morgen denke ich vielleicht anders über das Thema Relegation, da es ja noch andere Vereine gibt, die hoffentlich weiterhin schlechter als wir bleiben. Dennoch tut es im Herzen weh, diese Entwicklung mit ansehen zu müssen. Wo bleibt der Kampf- und Siegeswille? Ich will gar nicht zwingend nach Europa. Das würde uns wieder nur das Genick brechen. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, sich den Rest der Saison den Arsch aufzureißen???
So, für heute genug gemotzt. Ich versuch zu schlafen, damit ich mich wenigstens die nächsten Stunden nicht aufregen muss.

Montag, 22. April 2013

Derbyversager vs.Tasmania Fürth


Der Tag danach…
Noch immer bin ich geschockt und fassungslos bezüglich der nicht vorhandenen Leistung unserer Profis. Dass man das Derby gegen die Roten verloren hat, damit kann und muss man leben. Aber gegen den Tabellenletzten,  gegen Tasmania Fürth im heimischen Max Morlock Stadion zu verlieren, ist eine Schande sondergleichen und absolut nicht entschuldbar! Haben die Herren, die unser geliebtes Wappen tragen, auf dem heiligen Rasen nichts aber auch gar nichts dazu gelernt? Ein Kapitän, der eigentlich wissen sollte, dass das nicht nur ein Spiel unter vielen ist, hat es scheinbar nicht geschafft, seinen Kollegen zu vermitteln, was Sache ist. Auch ein Trainergespann war scheinbar nicht wirklich fähig dazu. Im Nachhinein kann man natürlich alles schön reden… Nein – ehemalige Spieler, die sich immer mit dem 1. FCN identifiziert haben, melden sich im Internet oder bei Veranstaltungen zu Wort und zeigen, dass es mehr als nur ein Spiel ist! Danke, Andy, Dome und Marek! Davon hätte sich die aktuelle Mannschaft mal ein paar Scheibchen abschneiden sollen. 


Danke an Faszination Nordkurve





Allerspätestens beim Anblick der sensationellen Choreografie, die UN in wochenlanger Arbeit vorbereitet hat, hätte jedem einzelnen Spieler klar werden müssen, was es heißt, ein Derby gegen die Westvorstadt bestreiten zu dürfen. Stattdessen sieht man auf diversen Internetplattformen irgendwelche daher geschwafelten Ausreden einiger Profis. Scheißegal, wie Ihr in den nächsten Spielen auftretet! Ihr habt es geschafft, Schande über eine gesamte Region zu bringen. Da gibt es keine Wiedergutmachung oder dergleichen! Es gibt Menschen, die ihr gesamtes Leben diesem einen Verein widmen. Die sich Tag und Nacht Gedanken über das Geschehen am Valznerweiher, in der Kurve usw. machen. Menschen, die die verschiedensten EHRENAMTLICHEN Tätigkeiten für den Glubb ausüben. Menschen, bei denen der Glubb an allererster Stelle steht. Und damit meine ich nicht nur die Ultras sondern alle, die sich mit dem 1. FC Nürnberg mehr identifizieren, als es irgendein Spieler oder Funktionär jemals tun wird! All diesen Menschen habt Ihr mit dieser Niederlage, dem nicht vorhandenen Siegeswillen und der nicht vorhandenen kämpferischen Leistung das Herz heraus gerissen, darauf gespuckt und anschließend darauf herum getrampelt.
Ich spreche nicht von den daher gelaufenen Pseudos, die plötzlich aus der Versenkung kamen und einen auf „Inferno Harsewinkel“ machen. Die bekommen von mir noch den Award für „Deutschland sucht den Supertrottel“. Ganz großes Kino, irgendwas von der Westvorstadt im Block zu verbrennen. Wahrscheinlich war das Teil auch noch extra für den „großen Auftritt“ gekauft…

Die „Nürnberger Zeitung“ berichtet vom Derbysieg der Westvorstadt und den Leuten fällt nichts Besseres ein, als Kommentare wie „ Na ja, wenigstens steigen sie ab. Dann stört die Niederlage nicht so sehr“ oder sonstigen Bullshit zu hinterlassen. Solche Kommentare kann man seit gestern zu hauf lesen. Schämen sich diese sogenannten „Glubbfans“ überhaupt nicht??? Hallo???? Das war ein Derby und kein Sonntagsspaziergang. Geht´s noch? Manchmal frag ich mich echt, was in den Köpfen mancher „Glubberer“ vor sich geht…

Ein befreundeter HSV Fan hat es wenigstens richtig erkannt: Nun habt auch Ihr Glubberer Euer "St.Pauli"...unfassbar!
Traurig, dass das nicht mal die „eigenen“ Leute erkennen. Auch das Team von Faszination Nordkurve hat sich so seine Gedanken über das gestrige Desaster gemacht. Ratlos, fassungslos, sprachlos war ich in den ersten Minuten nach dem Abpfiff. Danach kam die Wut. Und zwar so richtig. Wie ihr seht, ist diese auch in keinster Weise verflogen. Das wird sich auch nicht so schnell ändern. Erst diese Schmach im Pokalspiel und nun das… 

Bevor es noch ausartet, möchte ich mich für heute mit einem Zitat eines Kumpels verabschieden. Das sollte sich so manch einer, sowohl in der Kurve als auch auf dem Platz verinnerlichen:

So, ich hab es jetzt trotzdem gemacht und mir das Spiel von gestern nochmal angeschaut...und ja, es war im Gegensatz zum Pokalspiel deutlich besser - was prinzipiell nicht weiter schwer ist. Wir haben es in zwei Heim-Derbys nicht geschafft, ein Tor gegen die Heimkinder zu schießen, ich denke das sagt sehr viel aus. Aber diese Enttäuschung überwiegt immer noch brutal und was viel schlimmer ist, dass wir Spieler seit über 10 Jahren im Verein haben und diese sich immer noch nicht bewusst sind, was dieses Spiel für uns Fans bedeutet. Und diese Aussage, dass wir nächstes Jahr Bundesliga spielen, zeigt nur das „unsere“ Spieler in keinster Weise begriffen haben, was dieses eine Spiel für uns bedeutet und zeigt leider, dass Fußball nur noch Geschäft ist....

Mittwoch, 17. April 2013

Interview mit Benny vom DAGGL

Kommenden Sonntag erscheint Daggl #4. Das habe ich mal zum Anlass genommen, um mir einen der Schreiberlinge zu schnappen. Benny hat sich die Zeit genommen, um mir ein paar Fragen zu beantworten. Hätten wir das Interview wie geplant stattfinden lassen, lägen wir beide wahrscheinlich in irgendeiner Kneipe unterm Tisch, weil wir höchstwahrscheinlich in alten Zeiten geschwelgt hätten. Da wir aber beide unglaublich vernünftige Menschen sind, haben wir die einfachere und gesündere Variante gewählt und das Interview per Mail gemacht :-)




Benny, zum Derby gegen die Westvorstadt erscheint die nun mittlerweile 4. Ausgabe des Daggls. Hättet Ihr anfangs damit gerechnet, dass dieses Fanzine solch einen Erfolg haben wird?

Erfolg? Keine Ahnung, wie man das genau bei einem Fanzine definieren soll. Ich denke, der größte Erfolg liegt eigentlich darin, dass wir den „Daggl“ überhaupt machen und er dann letztlich auch erscheint. Dann ist es natürlich schön, wenn sich das Heft verkauft, die Leute es anscheinend gerne lesen und es dann von Zeit zu Zeit Rückmeldungen gibt, oder jemand fragt, wann denn der nächste Daggl kommt. Wir haben anfangs allerdings nicht damit gerechnet, dass das Heft so gut läuft. Ausgabe 1 hatte eine Auflage von 400 Stück - wir haben dann noch 100 Hefte nachdrucken lassen. Von der 2. Ausgabe hatten wir 600 Hefte und die Dritte ist mit 700 Exemplaren ebenfalls nahezu ausverkauft (Restexemplare gibt es noch unter: www.nofb-shop.de). Irgendwann ist es aber auch mal gut; weswegen wir die aktuelle Auflage auch nicht mehr erhöhen werden. Wenn die Auflage weg ist, ist sie eben weg. Was dann andere bei Ebay veranstalten, ist dann nicht mehr unser Bier, lässt uns aber dann doch schmunzeln. Insbesondere, wenn man erfährt, dass eine Person aus Ultràkreisen des HSV eine ältere Daggl Ausgabe für über 10 Euro verscherbelt hat... 

Wie kam es zu der Idee, den Daggl zu machen? 

Der „Achterwahn“, das „Ya Basta!“ und das „Hefdla“ waren lange Zeit die einzigen Hefte, die aus Nürnberg erschienen sind. Das fand ich, vor allem in Anbetracht der großen Nürnberger Fanzinetradition, schade und für unsere Verhältnisse auf Dauer zu wenig. Als ich dann mit dem einen oder anderen über das Thema gesprochen habe, bekam ich immer wieder zu hören, dass einfach keine Zeit mehr da wäre, was Eigenes zu machen. Man darf nicht vergessen, dass jedes Heft eine Menge Arbeit macht und die Macher nicht jünger und die damit einhergehenden privaten Verpflichtungen nicht weniger werden. Den ersten Versuch gab es bereits vor rund sechs Jahren, doch ist es damals irgendwie im Sande verlaufen, als ich dann Ende 2011 noch einmal rumgefragt habe, war die Resonanz überraschend groß und als dann ein paar Schreiberlinge bereit waren mitzumachen, haben wir einfach mal angefangen. 

Warum „Der Daggl“?

Es gab einige Namensvorschläge, doch war schnell klar dass wir in diesem Bereich nicht gerade die Kreativsten sind. Als dann jemand mit „Der Daggl“ um die Ecke kam, konnten alle damit leben und waren froh dass wir uns damit nicht mehr beschäftigen mussten. Was der Name bedeutet? Hier würde ich einfach auf das Nachwort von Ausgabe 1 verweisen wo es heißt: „Zu guter Letzt wurde mir noch nahe gelegt, ein paar Worte zum Arbeitstitel dieses Magazins zu verlieren. Für den Außenstehenden vielleicht schwer nachzuvollziehen, hier der Zusammenhang, dessen Beginn schon etliche Jahre zurückliegt und im privaten Fernsehen zu finden ist. Es ist 1999 und Tom Gerhardt spielt in der SAT.1-Serie „Hausmeister Krause – Ordnung muss sein“ eben jenen konservativen Hausmeister, dessen Lebensmittelpunkt das Amt des Schriftführers im fiktiven „Kölner Dackelclub KTC 1881 e.V.“ ist. Bei Treffen des Klubs wird gern mal das ein oder andere Schnäpschen getrunken, allerdings nicht ohne den O-Ton-Trinkspruch „Alles für den Dackel – alles für den Klub“. Da es bekanntlich ja viele Klubs gibt, aber eben nur einen Club (also eben den Glubb, kommt noch jeder mit??), fand diese Trinkparole schnellen Zuspruch in gewissen, ja zum Teil dem Alkohol selbst nicht ganz so abgeneigten Teilen der Nürnberger Fanszene. In Anlehnung an diese Geschichte dann sicher auch nicht unbeteiligt bei der Namensfindung des ersten offiziellen Fanzines der Ultras Nürnberg „Alles für den Glubb“, aus deren Redaktionsriege auch hier im Daggl Einflüsse wieder zu finden sind. Der Dackel selbst blieb dabei immer ein kleines Stück weit am Leben, nicht zuletzt auch dank der Klamotten-Kollektion der „Alternativ Glubb Familie“ aus Berlin. So ziert beispielsweise auch heute noch ein auf Wollmütze gestickter Dackel den ein oder anderen wohlgeformten Frankenschädel. Den Feinschliff zum Titel gab dann einmal mehr der fränkische Zungenschlag, der eine Verwendung sämtlicher Hart-Laute wie P oder K (hier „ck“) in gewissen Maßen von selbst verbietet. Geboren war „Der Daggl“. 

Wie ist denn die Resonanz allgemein? Sowohl bei uns als auch in anderen Szenen?

Ich denke mal, die ist in Ordnung. Die Hefte verkaufen sich ja und es gibt immer wieder Leute, die auf einen zukommen und das Heft loben. So wie es eben immer ist. Es gibt Stammleser aus anderen Fanszenen, auch habe ich durch den Daggl schon andere Fanzinemacher kennengelernt, mit denen Kontakt besteht. Was in einem Fall sogar mal zu einem gemeinsamen Spielbesuch geführt hat. Das sind nette Begleiterscheinungen aber in erster Linie machen wir das Heft für uns selbst. Es ist trotz der Arbeit und dem damit verbundenen Stress einfach immer wieder ein tolles Gefühl, wenn eine neue Ausgabe fertig ist.

Eine Redaktionssitzung beim Daggl. Wie darf der geneigte Leser sich das vorstellen?

Die gibt es nicht wirklich. Wenn es etwas zu besprechen gibt, findet das in unserem Forum oder kurz unter vier Augen im Stadion statt. Ab und an kommt der Hefdla-Hannes zu mir und liest die gesammelten Berichte und Texte in seiner unnachahmlichen Art und Weise Korrektur - was teilweise in heftige Trink- und Fressgelage ausarten kann. Wenn sich mal mehr als 4 Redakteure außerhalb des Stadions zusammenfinden, dann meist zum Trinken in diversen Kneipen, wie bei einer Redaktionssitzung im Januar, als das Ganze ziemlich bizarre Züge annahm und wir froh sein konnten, dass alle den Abend überlebt haben. Ich glaube in Hefdla Ausgabe 11 finden sich dazu ein paar Andeutungen... 

Euer Team besteht ja aus wirklich extrem unterschiedlichen Charakteren. Knallt es da zwischendurch auch mal? Also verbal gesehen natürlich. 

Nein eigentlich nicht, klar ist man nicht immer einer Meinung aber wenn jemand ein Problem hat, dann liegt es bei der Person, das Ganze anzusprechen und dann kann man immer noch nach einem Konsens schauen. Im Endeffekt nehmen wir uns und das Heft auch nicht so ernst, als das man deshalb einen größeren Streit vom Zaun brechen würde.

Wird es in absehbarer Zeit irgendwelche Sonderausgaben geben oder bleibt Ihr Eurer Linie treu? Werden wir den Daggl auch irgendwann online sehen?

Es gab schon Ideen zu einer Sonderausgabe, doch sind wir erst mal froh, wenn wir die regulären Ausgaben fertig kriegen. Das ist genug Arbeit und es zeigt sich immer wieder, dass es wichtigere Dinge im Leben als den Daggl gibt. Ein nicht unerheblicher Teil der Schreiberlinge hat Familie, zwei wurden während der Entstehung der Erstausgabe Vater, ein anderer wird es bald usw. usf. Wir werden nach wie vor keine großen Ankündigungen machen und schauen weiter von Ausgabe zu Ausgabe. 

Neben "YaBasta", dem "Achterwahn" und natürlich dem "Hefdla" ist der Daggl das momentan 4. etablierte Fanzine unserer Szene. Wie steht Ihr bzw. wie stehst Du zur "Konkurrenz"?

Von Konkurrenz würde ich nicht sprechen, denn die Hefte lassen sich absolut nicht miteinander vergleichen! Viel mehr weiß ich, dass wir mit dem „Daggl“ einiges anzubieten haben; unsere Schreiber haben alle schon vor Jahren an verschiedenen Heften mitgewirkt und schon einige Szene-Jahre auf dem Buckel, auch repräsentieren wir keine Gruppe bzw. Bewegung und so kann eigentlich jeder frei Schnauze schreiben, was ihm gefällt. Ich denke, wir reihen uns ganz gut in die Nürnberger Veröffentlichungen ein. Insgesamt können wir froh sein, dass wir in Nürnberg eine einigermaßen lebendige Fanzinekultur haben, denn diese zeugt davon, dass die Szene lebt und agiert. Wer weiß, wie lange das alles noch so geht, weshalb wir es einfach genießen und weiter machen sollten, ohne groß darüber nachzudenken oder sich mit anderen zu vergleichen oder gar zu messen.